Das Boot (Fernsehserie)

Fernsehserie
OriginaltitelDas Boot
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch, Englisch
Jahr(e) seit 2018
Produktions-
unternehmen
Bavaria Fiction,
Sky Deutschland,
Sonar Entertainment
Länge 60 Minuten
Episoden 16 in 2 Staffeln (Liste)
Regie Andreas Prochaska,
Matthias Glasner,
Rick Ostermann
Drehbuch Tony Saint,
Johannes W. Betz
Produktion Moritz Polter,
Oliver Vogel,
Marcus Ammon,
Frank Jastfelder,
Jenna Santoiani
Erstveröffentlichung 23. November 2018 (D/A/CH) auf Sky (VoD)
Besetzung

Das Boot ist eine deutsche Fernsehserie, die nach den Drehbüchern von Tony Saint und Johannes W. Betz unter der Regie von Andreas Prochaska mit Vicky Krieps, Tom Wlaschiha, Thierry Frémont, Rick Okon und August Wittgenstein in den Hauptrollen inszeniert wurde.[1] Als Vorlage dienten Lothar-Günther Buchheims Romane Das Boot und Die Festung sowie Wolfgang Petersens gleichnamiger Kinofilm von 1981. Produziert wurde die Serie von der Bavaria Fernsehproduktion, Sky Deutschland und Sonar Entertainment. Sie wurde ab dem 23. November 2018 in Doppelfolgen auf Sky 1 ausgestrahlt; am selben Tag wurde auf den Video-on-Demand-Plattformen von Sky Deutschland die erste Staffel komplett veröffentlicht.

Handlung

Die Serie setzt ein Jahr nach den Ereignissen in Wolfgang Petersens Film Das Boot im Herbst des Jahres 1942 ein und erzählt die Geschichte einer jungen U-Boot-Besatzung, die an Bord von U 612 auf eine Mission in feindliche Gewässer geschickt wird.[2] Auch das Aufkeimen von Widerstand in der französischen Hafenstadt La Rochelle wird thematisiert.[1]

Handlung Staffel 1

Die 3. U-Flottille in La Rochelle steht kurz vor neuen Kampfeinsätzen. Die U 113 unter dem erfahrenen Kommandanten Wrangel wird versenkt, Wrangel geht über Bord. Unterdessen wird dem gerade zum Kapitänleutnant beförderten Klaus Hoffmann das neue Boot U 612 unterstellt. Der verletzte Funkmaat wird durch Frank Strasser ersetzt. Strassers Schwester Simone, die als Übersetzerin aus dem Elsass nach La Rochelle versetzt wird, sieht ihren Bruder zum letzten Mal, als sie ihm Ersatzteile bringt. Während sich die Mannschaft im Bordell vergnügt, setzt Hoffmann bei der standrechtlichen Erschießung eines Untergebenen wegen Insubordination selbst den Gnadenschuss.

Bei der Jungfernfahrt von U 612 im Atlantik kommt es zu Spannungen: Die Besatzung will statt dem zurückhaltenden Hoffmann den energischen Ersten Wachoffizier (1WO) Karl Tennstedt als Kommandanten, da er als kampferfahren gilt und bereits mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet wurde. Hoffmann gilt zwar als fachlich hochqualifiziert, aber es herrscht das Vorurteil, dass er seine Position nur seinem Vater zu verdanken habe. Hoffmann ordnet unzählige Drillübungen an, denn er will, dass die Mannschaft auf alle möglichen Gefechtssituationen vorbereitet ist.

Simone Strasser gerät in einen Loyalitätskonflikt zwischen Kriminalrat Hagen Forster von der Gestapo und einer Zelle der Résistance um Carla Monroe, die in Verbindung mit ihrem Bruder steht. Simone trifft in La Rochelle Jacqueline, eine Kontaktperson zur Zelle. Als sie von der Gestapo entdeckt werden, kann Simone fliehen. Jacqueline wird festgenommen, verhört und gefoltert. Während eines Luftangriffs kann Simone ins Gefängnis zu Jacqueline vordringen, um sie mit einer Überdosis Schmerzmittel von den Qualen zu erlösen und ihr weitere Folter zu ersparen.

Eine U-Boot-Besatzung vergewaltigt die junge französische Barfrau Natalie im Siegesrausch. Sie stirbt wenig später an den Folgen.[3] Da die Täter zur Besatzung des Kriegshelden Schulz gehören, wird das Verbrechen nicht geahndet. Da Natalie die Freundin von Frank Strasser war, sorgt Simone dafür, dass sich um das gemeinsame kleine Kind gekümmert wird. Kurz zuvor hatte sie Natalie mithilfe von gefälschten Pässen in Sicherheit bringen wollen.

Die Résistance verübt während einer Parade einen Bombenanschlag auf das U-Boot von Schulz, bei dem Simone leicht verletzt wird. Als Vergeltungsmaßnahme soll der Bürgermeister eine Liste von einhundert Personen erstellen, die dafür erschossen werden sollen. Das wird rechtzeitig verhindert, um die Fronten zwischen Résistance, Kollaboration und Besatzungsmacht nicht noch weiter zu verhärten und da man sonst einen Aufstand der französischen Werftarbeiter befürchtet.

U 612 wird einer U-Bootgruppe für einen Rudelangriff auf einen US-amerikanischen Geleitzug zugeteilt. Kurz vor dem Angriff empfängt Funkmaat Strasser den Befehl zum sofortigen Abbruch. Damit sind zwei andere deutsche U-Boote mehreren US-Zerstörern schutzlos ausgeliefert – sie werden versenkt. Tennstedt legt Hoffmanns Entscheidung als Feigheit vor dem Feind aus.

Ohne Wissen der Mannschaft soll der US-Amerikaner Greenwood gegen einen deutschen Kriegsgefangenen ausgetauscht werden. Vor dem Austausch eskalieren die Konflikte auf U 612: Die Besatzung hält Greenwood für einen Juden und begegnet ihm mit Ablehnung, doch der Kommandant lässt ihn gegen den Widerstand des 1 WO an den Mahlzeiten in der Offiziersmesse teilnehmen. Der Kommandant macht Greenwood klar, dass er nicht außerhalb des Krieges steht. Die Mannschaft regelt ihre Spannungen untereinander per Faustrecht. Beim Hantieren mit einem Torpedo während eines Angriffs kommt es zu einem schweren Unfall, bei dem ein Matrose schwer verletzt wird.

Der Kapitän des US-Schiffs, auf dem der Gefangenenaustausch stattfindet, nimmt auch den schwerverletzten Deutschen als Kriegsgefangenen auf. Greenwood wird von seinem Vater empfangen, der sich als der US-Großindustrielle Greenwood herausstellt. Er hatte die Aufrüstung der deutschen Wehrmacht schon in den 1930er Jahren mitfinanziert. Er sagt den Offizieren, dass es bei Kriegen nicht um Patriotismus oder Ideologien, sondern ausschließlich ums Geschäft gehe. Der gegen Greenwood ausgetauschte Deutsche ist Ulrich Wrangel, Kommandant und einziger Überlebender von U 113. An Bord von U 612 führt er gemeinsam mit Tennstedt eine Meuterei an und reißt das Kommando an sich.[4] Hoffmann und der loyale Matrose Max von Haber werden in einem Schlauchboot ausgesetzt.[5]

Wrangel befiehlt einen Kurswechsel[6] auf die bekannten Geleitzugrouten. Der Großteil der Mannschaft ist begeistert. Nach dem draufgängerischen Einzelangriff auf ein großes Frachtschiff bei Tageslicht[7] wird das abtauchende deutsche U-Boot vom Gegner bemerkt und von Wasserbomben schwer beschädigt. Wrangel, der glaubt, nun den Heldentod zu sterben, zieht sich in seine Koje zurück und überlässt die Mannschaft ihrem Schicksal. Auch Tennstedt ist unfähig, das Kommando zu übernehmen. U 612 läuft auf eine Sandbank. Der Antrieb ist ausgefallen. Bei der Untersuchung der Schäden stellt sich heraus, dass auch die Batterien beschädigt wurden, die für den Betrieb unerlässlich sind. Beim ersten Reparaturversuch explodiert eine Zelle und es treten giftige Gase aus. Tennstedt übernimmt den lebensgefährlichen zweiten Reparaturversuch freiwillig, stirbt bei der Reparatur und das Boot kann dank ihm wieder auftauchen.

U 612 hat kaum noch Treibstoff und läuft auf der Geleitzugroute Gefahr, von feindlichen Zerstörern versenkt zu werden. Wrangel befiehlt die Suche nach dem Ursprung aufgefangener SOS-Signale. Sie entdecken ein vermeintliches Geisterschiff, das sie entern, um Treibstoff zu holen. Unter Deck befindet sich die Besatzung. Wrangel vereinbart technische Hilfe gegen Treibstoff. Einige U-Bootmänner erkunden zunächst unbemerkt das Schiff, von denen einer ein junges gefesseltes Mädchen entdeckt. Er vergewaltigt es. Unterdessen wird klar, dass die Besatzung des Frachters bewaffnet ist. Bei mehreren Schießereien werden ein Deutscher und die Besatzung des Frachters getötet. In einem Frachtraum liegen dutzende Hungertote. Nur noch ein jüdisches Ehepaar ist am Leben, das für eine Flucht nach Kanada bezahlt hatte. Die getötete Besatzung waren Schlepper. Der Ehemann bittet Strasser angesichts der ausweglosen Situation, ihn und seine Frau zu erschießen. Strasser überlässt ihnen eine geladene Pistole. Nachdem der Treibstoff des Frachters umgepumpt ist, wird das Schiff versenkt.

Während Simone sich zum Schein mit Kriminalrat Forster einlässt, geht sie eine Liebesbeziehung zu Carla Monroe ein und arbeitet für die Résistance.[8] Forster enttarnt Monroe und den Attentäter auf den U-Boot-Bunker in La Pallice. Er wird getötet[9]. Simone erfährt, dass U 612 als vermisst gilt.[10] Die Résistance setzt ihre Ziele mit Gewalt durch: Sie entführt Flottillenchef Gluck und nimmt in Kauf, dass im Gegenzug einhundert Einwohner von La Rochelle hingerichtet werden sollen.[11]

An Bord von U 612 fälscht unterdessen der Smut auf Anweisung Wrangels das Kriegstagebuch des Boots. Er schreibt, dass Hoffmann bei einem Gefecht umgekommen sei und Wrangel legitim das Kommando übernommen habe. Die Besatzung wird auf diese Geschichte eingeschworen. Ein Mechaniker, der andeutet, von den Erlebnissen erzählen zu wollen, wird von seinen Kameraden im Schlaf erstickt.

Simone verrät das Versteck von Monroes Zelle an die Gestapo, da sie nicht ertragen kann, dass nun Unschuldige für die Aktionen büßen sollen. Forster hebt die Zelle aus, die Gluck als Geisel gefangen hält. Obwohl der Flottillenchef unverletzt befreit werden kann und Monroe und alle Widerstandskämpfer bei dem Feuergefecht umkommen, lässt Forster fünf Geiseln hinrichten. Er hatte schon länger vermutet, dass Simone ein doppeltes Spiel trieb und fordert sie auf, sich zu entscheiden. Sie gesteht ihm, dass sie Carla mehr geliebt hat als ihn. Als er versucht, sie zu vergewaltigen, kommt es zu einem Kampf, bei dem Forster schwer verletzt wird und zu verbluten droht. Simone bindet ihm das Bein mit einem Gürtel ab und flieht.

In La Rochelle legen Wrangel und die zwei überlebenden Offiziere, LI Ehrenberg und der 2WO Schiller dem soeben befreiten Gluck das gefälschte Kriegstagebuch vor, das er akzeptiert. Großadmiral Karl Dönitz lässt sie für ihren Beitrag in der Schlacht auf dem Atlantik zu Kriegshelden erklären. Simone begegnet ihrem totgeglaubten Bruder wieder. Zeitgleich ist ihre Mitbewohnerin Margot Bostal, die als eine der hundert Unschuldigen hingerichtet werden sollte, mit Frank Strassers Kind auf der Flucht nach Marseille.

Im Büro Samuel Greenwoods taucht unversehens Kapitänleutnant Hoffmann auf.

Handlung Staffel 2

Nach der Rückkehr erhält Wrangel dank des gefälschten Berichts das Ritterkreuz. Frank Strasser bekommt von seiner Schwester einen gefälschten Pass. Er desertiert und versucht erfolglos, nach Spanien zu seiner kleinen Tochter zu gehen. Einem Standgericht entgeht er, weil er der einzige ist, der für die neue Mission des Korvettenkapitäns Johannis von Reinhartz in Frage kommt; Reinhartz soll mit U 822 und einem Sonderbefehl an der US-Ostküste einen Sabotagetrupp absetzen, der einen amerikanischen Marinestützpunkt infiltrieren soll. Von Reinhartz will die Mission dazu nutzen, mitsamt Boot und dem Chiffriergerät Enigma überzulaufen.

Ehrenberg meldet die Meuterei auf U 612 bei Gluck. Wrangel und die gesamte Besatzung werden verhaftet. Die Kriegsmarine erfährt von den Plänen Reinhartz' und Gluck muss Wrangel samt Besatzung zur Bewährung auf Reinhartz ansetzen. Strasser wird in Reinhartz Pläne eingeweiht, als der Befehlshaber der U-Boote den sofortigen Rückmarsch befiehlt. Strassers Schwester Simone wird erschossen, als sie der versteckten jüdischen Familie bei der Flucht hilft; Anatole Desjesquier verriet sie. Das nutzt Forster, um sich an Simone zu rächen: er nennt ihr eine falsche Zeit für die bevorstehende Razzia. Sie warnt die Familie und seine Falle schnappt zu.

Samuel Greenwood, bei dem Kapitänleutnant Hoffmann in New York untergetaucht ist, will ein neuartiges Radargerät für Flugzeuge entwickeln. Er braucht Hoffmanns Kenntnisse, um die staatliche Finanzierung zu organisieren. Greenwood und Hoffmann treffen den Anwalt Friedrich Berger, der in New York einen Kreis amerikanischer Nationalsozialisten versammelt. Hoffmann lernt die mit Berger liierte afroamerikanische Jazz-Sängerin Cassandra Lloyd kennen, mit der Greenwood wegen der Rassentrennung nicht offen eine Beziehung führen kann. Auch Hoffmann verliebt sich in die Sängerin, die glaubt, er sei ein Geschäftsmann aus der Schweiz.

Forster beauftragt Polizeichef Duval und Desjesquier, den er wegen erfolgreicher Spitzelei zum Hilfspolizisten ernennt, mit der Fahndung nach der flüchtigen jüdischen Familie. Desjesquier foltert und tötet einen Bauern, um an Informationen zu kommen. Die Familie sucht wegen der sich verschlechternden Gesundheit ihres kleinen Sohnes auf dem Hof des ermordeten Bauern Zuflucht. Margot holt im Dorf einen Arzt. Duval sieht sie und bietet ihr Hilfe an.

Auf U 822 machen Reinhartz und Strasser das Funkgerät unbrauchbar. Wrangel ist mit U 612 auf Abfangkurs. Seine zusammengewürfelte Besatzung ist unerfahren, einer der Dieselmotoren läuft unregelmäßig und Ehrenberg ergibt sich dem Alkohol.

Als U 822 für einen Badetag auftaucht, greifen Flugzeuge an. Mehrere Männer werden getötet. Der Erste Wachoffizier Schiller wehrt mit der Flak noch die Flieger ab, als Strasser sich als letzten Mann auf der Brücke meldet. Das Boot taucht ab und Schiller ertrinkt. Schiller war misstrauisch geworden und Strasser hatte die Gelegenheit genutzt, ihn loszuwerden. Von Reinhartz steuert einen nahegelegenen Versorger an. Gluck erfährt davon und befehligt Wrangel sofort dort hin, um ihn abzufangen. Reinhartz erkennt den Hinterhalt und dreht ab.

In New York bereitet Samuel Greenwoods Vater seinen Wahlkampf als Senator vor. Auf einer Veranstaltung kommt es zum Eklat, als Lloyd sich mit ihrer Hautfarbe von den Greenwoods instrumentalisiert fühlt. Sie sagt Samuel, dass sie nicht mehr an ihm interessiert ist. Zwischen ihr und Hoffmann entwickelt sich eine Romanze.

Nach der fehlgeschlagenen Abfangoperation befiehlt das Flotillenkommando die Versenkung der U 822. Die Mannschaft von U 612 setzt den ausgefallenen Diesel wieder in Gang. Mit knappem Vorsprung läuft U 822 direkt auf eine US-Jagdgruppe aus mehreren Korvetten zu. Sie wird bombardiert, und Wrangel greift die Korvetten an. Seine unerfahrene Mannschaft lädt nicht rechtzeitig nach, sodass die Korvette das Boot angreifen kann.

An Bord von U 822 findet zeitgleich eine Meuterei des Sabotagetrupps von SS-Sturmbannführer Friedel statt, der Reinhartz’ Plan durchschaut hat. Ein Teil der Mannschaft stellt sich auf Friedels Seite. Strasser erscheint bewaffnet mit eingeweihten Besatzungsmitgliedern und beendet die Meuterei. Friedel und die Meuterer werden unter Arrest gestellt.

U 612 hat den Angriff überstanden und macht Jagd auf U 822. Dort meutern Friedels Männer erneut und werden aufgehalten, als Reinhartz einen SS-Soldaten erschießt. Er lässt die Versenkung seines Boots vortäuschen, doch Wrangel zwingt ihn zum Auftauchen. Reinhartz gelingt es, U 612 zu versenken. Wrangel, Ehrenberg und wenige überlebende Besatzungsmitglieder werden aufgenommen. Friedel und die Meuterer überwältigen ihre Bewacher und bewaffnen sich. Wrangel übernimmt mit ihnen das Kommando.

Berger und die amerikanische Nazi-Zelle rekrutieren Hoffmann, um US-Marinestützpunkte zu sabotieren. Im Gegenzug soll Hoffmann per U-Boot nach Deutschland zurückkehren. Berger ist ein deutscher Agent und erhält nun den Befehl, Hoffmann zu töten. Greenwood erfährt von der Affäre zwischen Hoffmann und Lloyd. Er droht, Hoffmann an die US-Behörden zu verraten. Hoffmann bittet Berger, ihn aus der Stadt zu bringen. Der will als Gegenleistung Informationen aus Greenwoods Firma. Nachdem Berger die Unterlagen erhalten hat, will er Hoffmann erschießen, doch der entkommt nach kurzem Kampf verletzt. Er trifft Lloyd und überredet sie, mit ihm an einen Strand nach Maine zu fahren.

Wrangel will nach Reinhartz’ Ergreifung auch den Sonderbefehl ausführen. Strasser wird gezwungen, das Funkgerät zu reparieren. Im Zielgebiet angekommen kann das U-Boot den Strand nicht anlaufen und muss weit vor der US-Küste halten. Die SS-Agenten setzen in einem Schlauchboot zum Strand über. Strasser überredet Ehrenberg, das Boot mit voller Kraft auf die Sandbank zu fahren. Reinhartz und seine Männer können von Bord fliehen. Wrangel erschießt Reinhartz.

Ganz in der Nähe eröffnet Hoffmann der Jazz-Sängerin, dass er deutscher U-Boot-Kommandant ist und am Strand ein U-Boot erwartet, das ihn abholen wird. Sie geht. Die notdürftig versorgte Schussverletzung lässt ihn halluzinieren. Er fällt ins Delirium und verpasst das U-Boot.

Forster erfährt von SS-Standartenführer Eckermann, dass er befördert und in den Osten versetzt wird, um sich dort an der „Endlösung der Judenfrage“ zu beteiligen. Der zweifelt erstmals an seinen nationalsozialistischen Idealen. Trotzdem befolgt er den Befehl, den letzten Transport von Juden aus der Gegend vorzubereiten. Margot besorgt beim Pfarrer gefälschte Taufscheine für die Familie, doch er meldet das an Forster. Der erkennt, dass Duval die Fahndung sabotiert hat und lässt ihn erschießen, die Résistance erkennt, dass der Pfarrer sie verraten hat und rächt sich und die Familie wird per Zug ins KZ deportiert. Ein Befreiungsversuch der Résistance scheitert, denn Forster weiß davon. Er gibt Desjesquier Gelegenheit, sich von Margot am Zug zu verabschieden. Als er im Waggon ist, gibt Forster den Befehl, die Tür zu schließen.

U 822 kann sich von der Sandbank befreien und nimmt Kurs Richtung Osten. Ehrenberg sticht Wrangel unvermittelt ein Messer in den Bauch. An einer Landstraße in Maine versuchen sich die beiden abgesetzten SS-Agenten mit ihren Reisekoffern voller Sprengstoff als Anhalter. Ein Streifenwagen hält an mit zwei Polizisten der State Police, die nach dem Inhalt ihrer Koffer fragen.

Hintergrund

Die Produktion hat ein Gesamtbudget von 25 Millionen Euro,[12] davon stammen eine Million Euro aus dem Förderprogramm für Europas audiovisuelle Branche sowie der Kultur- und Kreativwirtschaft von 2014 bis 2020, Creative Europe Media.[13]

Als Regisseur wurde am 23. Februar 2017 Andreas Prochaska bekanntgegeben.[1] Die Serie wurde in La Rochelle, Prag, Malta und München gedreht. Die Dreharbeiten begannen am 31. August 2017[14] und endeten im Februar 2018.[13][15]

Die Musik wurde von Matthias Weber komponiert, der bei seiner Arbeit Fragmente des Hauptthemas von Klaus Doldinger integrierte, das jener 1981 für den Film Das Boot geschrieben hatte.[16]

Als Veröffentlichungsdatum wurde der 23. November 2018[15] in Deutschland, Österreich, Italien, Großbritannien und Irland auf Sky vorgesehen[12] und in Portugal auf AMC[17]. Die Ausstrahlungsrechte wurden schon vor der Premiere in über einhundert Länder verkauft.[18] Alle acht Episoden wurden am 23. November 2018 auf den Streaming-Plattformen von Sky Deutschland veröffentlicht, während die Fernsehausstrahlung auf Sky 1 wöchentlich mit jeweils zwei Episoden erfolgte.[19]

Am 6. Dezember 2018 wurde bekannt, dass eine zweite Staffel bestellt wurde.[20] Diese wurde ab dem 24. April 2020 auf Sky 1 ausgestrahlt.[21]

Das ZDF gab im Februar 2019 bekannt, die Ausstrahlungsrechte für das öffentlich-rechtliche Fernsehen erworben zu haben. Das Boot ist seit dem 3. Januar 2020 im Hauptprogramm sowie rund um die Uhr in der ZDFmediathek zu sehen. Die erste Staffel werde so im ZDF einem breiten Publikum kurz vor Ausstrahlung der zweiten Staffel beim Abo-Sender Sky präsentiert.[22] Seit dem 6. Dezember 2019 ist die erste Staffel zudem auf DVD und Blu-ray Disc erhältlich.

Für Spanien und Portugal hat AMC Networks International Southern Europe die Exklusivrechte; die Serie wurde ab Februar 2019 gesendet.

Episodenliste

Staffel 1

Nr.
(ges.)
Nr.
(St.)
Titel Erstaus­strahlung TV
(D/A/CH)
1 1 Neue Wege 23. Nov. 2018
2 2 Geheime Missionen 23. Nov. 2018
3 3 Verluste 30. Nov. 2018
4 4 Zweifel 30. Nov. 2018
5 5 Loyalität 7. Dez. 2018
6 6 Gegen die Zeit 7. Dez. 2018
7 7 Verdammt 14. Dez. 2018
8 8 Abrechnung 14. Dez. 2018
Am 23. Nov. 2018 wurden alle Episoden der Staffel gleichzeitig
auf Sky Go, Sky on Demand und Sky Ticket erstveröffentlicht.

Staffel 2

Nr.
(ges.)
Nr.
(St.)
Titel Erstaus­strahlung TV
(D/A/CH)
9 1 Überlebensstrategien 24. Apr. 2020
10 2 Unbequeme Allianzen 24. Apr. 2020
11 3 Sabotage 1. Mai 2020
12 4 Die Würfel sind gefallen 1. Mai 2020
13 5 Befehl zum Töten 8. Mai 2020
14 6 Letzte Entscheidungen 8. Mai 2020
15 7 Kopf an Kopf 15. Mai 2020
16 8 Auf der anderen Seite 15. Mai 2020
Am 24. Apr. 2020 wurden alle Episoden der Staffel gleichzeitig
auf Sky Go, Sky Q und Sky Ticket (bzw. Sky X) erstveröffentlicht.
Die erste Episode wurde bereits am 21. Apr. 2020 auf Sky.de gestreamt.[23]

Kritik und Rezensionen

Der Historiker und Welt-Redakteur Sven Felix Kellerhoff kritisierte Inhalte der Serie scharf. Er sieht in der Geschichte um die Industriellenfamilie Greenwood Ansätze einer Relativierung der Verantwortung des Deutschen Reiches für den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Die in einer Nebenhandlung um einen Gefangenenaustausch auf hoher See thematisierte Finanzierung der nationalsozialistischen Rüstung durch das Unternehmen der Greenwoods wertete Kellerhoff gegenüber dem Deutschlandfunk als „… so ziemlich das Dümmste, was […] im fiktionalen Zeitgeschichtsfernsehen in den letzten Jahren ausgestrahlt“ worden sei.[24]

Thomas Lückerath, Chefredakteur des Medienmagazins DWDL.de, hält Bavaria Fiction und Sky für gut beraten, mit dem ambitionierten Serienprojekt den Kultfilm von Wolfgang Petersen nicht ersetzen zu wollen. Das Boot sei vielmehr starkes zeitgemäß produziertes Fernsehen, „das sich einreiht in historisch wertvolle und komplexe deutsche Erzähltradition a la Unsere Mütter, unsere Väter, der Film-Ikone von einst würdig wird, bei den Klängen von Klaus Doldinger erneut Gänsehaut auslöst und uns einen unverbrauchten Cast präsentiert, bei dem mit Rick Okon ein bislang unter dem Radar getauchtes Talent zum Shooting Star wird“.[25]

Auch wenn viele Zuschauer sicherlich enttäuscht seien, dass die Serie anfangs so wenig an das Original erinnere, vermutet Bjarne Bock von Serienjunkies.de, bleibe alles in allem festzuhalten, „dass die Neuauflage beziehungsweise Fortsetzung von Das Boot zum Trotz aller Erwartungen keine Katastrophe ist. Erbitterte Verfechter der Vorlage werden zwar bemängeln, dass die neue Serie zumindest anfangs noch zu glatt und überdimensioniert erscheint“, aber spätestens gegen Mitte der Staffel dürften der Ton und die Atmosphäre deutlich rauer werden.[26]

Den größten Schritt weg vom Film mache die Serie, indem sie die Hälfte der Handlung an Land verlege und Frauenfiguren einführe, meint Kathleen Hildebrandt in der Süddeutschen: „Die Frauen mögen sehr zentral sein, aber was die Serie mit ihnen macht, erfüllt dann doch wieder allzu viele Klischees: Eine Résistance-Kämpferin wird nach brutaler Folter fast nackt gezeigt, übersät von Wunden und blauen Flecken. Eine andere Frau wird brutal von Soldaten vergewaltigt.“ Das Boot sei ein hochprofessionell hergestelltes, glänzendes Medienprodukt geworden, das „aus einigen guten Gründen womöglich in der ganzen Welt gesehen werden wird. Aber wenn ihm das ein wenig mehr egal gewesen wäre, hätte es noch etwas sein können: originell und vielleicht sogar sehr relevant.“[27]

„Es gibt keine Nazis bei ‚Das Boot‘, kein ‚Heil Hitler‘, keine überzeugten Parteigänger, nicht einmal als Gegenentwurf zu den natürlich wackeren, als Figuren oft nur angedeuteten U-Boot-Männern“, schreibt Thomas Klein in seinem Beitrag für die Online-Ausgabe der Berliner Zeitung. Petersens Film sei urdeutsch und ein authentischer Blick auf schwere Zeiten gewesen. Die Sky-Serie setze auf international gängige, glatte Serien-Dramaturgie: „Ein bisschen Nacktheit, ein Hauch von Gewalt und Sex, man bleibt stets adrett, man spricht viel Englisch – Carla, der Rüstungsfinanzier Greenwood (Vincent Kartheiser), den ‚U 612‘ zu einem Austausch auf hoher See fährt, sogar der Gestapo-Mann Forster, weil der kein Französisch kann. Klar wird, dass es bei diesem ‚Boot‘ letztlich nicht um deutsche Geschichte geht oder darum, was Buchheims Erzählung einem hiesigen Publikum 2018 mitgeben kann, sondern nur um die kommerzielle Verwertung einer prominenten Marke. ‚Krieg‘, zitiert Greenwood einmal MajGen a.D. Smedley D. Butler (* 30. Juli 1881, † 21. Juni 1940) ‚ist doch nur eine Abzocke.‘ Genau so fühlt sich Skys ‚Das Boot‘ auch an.“[28]

Auszeichnungen und Nominierungen

American Society of Cinematographers Awards 2020

  • Nominierung in der Kategorie Episode of a Series for Non-Commercial Television (David Luther, Folge 6, Gegen die Zeit)[29]

Deutscher Fernsehpreis 2019

Romyverleihung 2019

  • Auszeichnung mit dem Preis der Jury[30]

Bayerischer Fernsehpreis 2019

  • Sonderpreis der Jury für Regisseur Andreas Prochaska, Oliver Vogel von Bavaria Film und Marcus Ammon von Sky

Verweise

Anmerkungen und Einzelnachweise

  1. a b c Andreas Prochaska inszeniert internationale Eventserie „Das Boot“. In: mediabiz.de. Blickpunkt:Film, 23. Februar 2017, archiviert vom Original am 23. Februar 2017; abgerufen am 24. Februar 2017.
  2. Tobias Tißen: „Das Boot“: Ein „Game Of Thrones“-Star und drei weitere neue Darsteller an Bord der Kultfilm-Fortsetzung. In: Filmstarts. 26. September 2017, abgerufen am 30. September 2017.
  3. Gernot Kramper: Heute „Das Boot“ im Free-TV: Abtauchen in eine Welt von Wasserbomben, Sex und Attentaten. In: Stern. 3. Januar 2020.
  4. Melanie Schöppe: „Das Boot“: Gab es tatsächlich Meutereien an Bord von U-Booten? In: Filmstarts. 14. Dezember 2018.
  5. Das Boot 1 x 05. Loyalität auf Serienjunkies
  6. Episode 6 – Gegen die Zeit bei Fernsehserien.de
  7. U-Bootangriffe fanden während des WK II meist im Schutz der Dunkelheit statt.
  8. Episode 5 – Loyalität bei Fernsehserien.de
  9. Episode 6 – Gegen die Zeit in der Internet Movie Database (englisch)
  10. Episode 7 – Verdammt bei Fernsehserien.de
  11. Maike Karr: Das Boot beendet seine turbulente Jungfernfahrt. In: Moviepilot. 14. Dezember 2018.
  12. a b Eventserie „Das Boot“ von Sky Deutschland, Bavaria Fernsehproduktion und Sonar Entertainment ab August im Dreh. Sky, abgerufen am 9. September 2017.
  13. a b Das Boot (2017–2018 | Folgen 1 – 8). Crew United, abgerufen am 9. September 2017.
  14. „Das Boot“ sticht Ende August in See. In: mediabiz.de. Blickpunkt:Film, 28. Juni 2017, archiviert vom Original am 29. Juni 2017; abgerufen am 9. September 2017.
  15. a b „Das Boot“-Serie soll Ende 2018 starten, Handelsblatt vom 20. Februar 2018; Zugriff am 3. März 2018
  16. Sky’s ‘Das Boot’ Sequel Series to Feature Theme by Klaus Doldinger & Score by Matthias Weber. In: filmmusicreporter.com. 3. Juli 2018.
  17. AMC Portugal – Das Boot: O Submarino. In: AMC Portugal. Abgerufen am 31. Januar 2019 (europäisches Portugiesisch).
  18. Kai-Hinrich Renner: Serien-Remake von „Das Boot“ kommt in Cannes gut an. wr.de, 19. Oktober 2018, abgerufen am 20. Oktober 2018.
  19. Sky Original Production: Diesen Freitag sticht „Das Boot“ exklusiv auf Sky in See. In: info.sky.de. 21. November 2018, abgerufen am 22. November 2018.
  20. Das Boot: Sky und Bavaria bestellen 2. Staffel der Eventserie. In: Serienjunkies.de. 6. Dezember 2018, abgerufen am 14. Dezember 2018.
  21. sky.de: Das Boot. Abgerufen am 29. Februar 2020.
  22. ZDF erwirbt Ausstrahlungsrechte der Sky-Serie „Das Boot“. In: ZDF Presseportal. 3. Februar 2019, abgerufen am 29. Mai 2019.
  23. #WirBleibenZuhause: Sky feiert Weltpremiere der zweiten Staffel des Sky Originals „Das Boot“ als Live-Streamingevent. In: info.sky.de. 15. April 2020, abgerufen am 24. April 2020.
  24. Geschichtsklitterung in Neuverfilmung? In: deutschlandfunk.de. 2. Januar 2020, abgerufen am 8. Januar 2020 (Sven Felix Kellerhoff im Gespräch mit Michael Köhler).
  25. Meisterwerk aufgetaucht: Das Boot trotzt Erwartungsdruck. In: DWDL.de. 23. November 2018. Abgerufen am 25. November 2018.
  26. Das Boot: Kritik zum Start der neuen Sky-Serie. In: serienjunkies.de. 24. November 2018. Abgerufen am 25. November 2018.
  27. Eine Serie wie ein gut geölter Torpedo. In: sueddeutsche.de. 23. November 2018. Abgerufen am 25. November 2018.
  28. Die kommerzielle Verwertung einer prominenten Marke. In: berliner-zeitung.de. 21. November 2018. Abgerufen am 28. Dezember 2018.
  29. Jazz Tangcay: ‘Joker’, ‘1917’ and ‘The Irishman’ Among Nominees for American Society of Cinematographers Awards. In: Variety, 3. Januar 2020.
  30. ROMY 2019: Sky-Serie „Das Boot“ erhält Preis der Jury. Artikel vom 5. April 2019, abgerufen am 5. April 2019.

Information

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